FELICE VARINI

FELICE VARINI
„Douze points pour six droites“
Zwölf Punkte für sechs Geraden“
Eine temporäre Installation für die historische Innenstadt
von Kirchheim unter Teck
15. Oktober 2022 – 15. Januar 2023

Eröffnung: Samstag, 15. Oktober 2022, 17 Uhr
Location: Untere Max-Eyth Straße: Straßenabschnitt zwischen Kornhaus und Rathaus
Kontakt: Prof. Florian van het Hekke  <florian.vanhethekke@gmail.com>

Header: Felice Varini, „Three ellipses for three locks“ Cardiff 2007 © Felice Varini
Abbildung: Felice Varini, „Cercles concentriques excentriques“, Carcassonne, 2018

Der Kunstbeirat der Städtischen Galerie im Kornhaus hat den „Meister der illusionistischen Malerei „FELICE VARINI im Herbst 2022 in die Teckstadt eingeladen.
Ab Oktober 2022 werden Bewohner:innen und Besucher:innen von Kirchheim unter Teck in der unteren Max-Eyth Strasse von einer raumgreifenden Malerei des Schweizer Künstlers begrüßt.

Felice Varini kommt ursprünglich von der Malerei. Im Unterschied zu seinen Malerkolleg:innen bevorzugt er statt der aufgezogenen Leinwand, urbane Oberflächen als Bildträger für seine farbintensiven Eingriffe.
Fassaden, Mauern, Türme, Straßen und Wände sind das häufigste Bezugsfeld für seine ortsbezogene, installative Malerei. Seine Werke entwickeln sich in Auseinandersetzung mit dem spezifischen Ort. Sie machen die Maßstäblichkeit einer urbanen Situation, deren Historie und Funktion, aber auch deren Blickachsen und räumliche Relationen sichtbar. In der Regel arbeitet der Künstler mit einfachen geometrischen Formen wie beispielsweise mit Kreis, Ellipse, Quadrat oder Dreieck; aber auch gerade, gebogene und gekrümmte Linien kommen als elementares grafisches Vokabular immer wieder zum Einsatz.

Felice Varini, „Cercles concentriques excentriques“, Carcassonne, 2018

Für die Stadt Kirchheim unter Teck plant Felice Varini eine ortsbezogene Malerei mit dem Titel „Douze points pour six droites / Zwölf Punkte für sechs Geraden“. Den Ausgang bilden 12 Punkte im Stadtraum, von denen reflektierende Metallbänder in unterschiedlicher Breite diagonal über Hauswände, Giebel und Dächer gezogen werden, um sich optisch zu einem sternartigen Gebilde zu vereinen.
Die Anordnung der Farbbänder erfolgt nach einem ausgeklügelten perspektivischen Prinzip, das Varini über viele Jahre für seine raumbezogenen Arbeiten entwickelt hat. Dabei bedient sich der Künstler der Technik der anamorphosen Illusion, die vor allem im Barock beliebt war, um geheime und verbotene Botschaften mitzuteilen. Daraus erklärt sich auch die komplexe Lesbarkeit von Varinis urbaner Malerei. Es gibt immer nur einen spezifischen Blickwinkel (point of view), von dem aus die „komplette minimalistische Gestalt“  bzw. das „vollständige Bild“ gesehen werden kann. Beim Verlassen dieses Blickpunktes zerfällt es in einzelne Farbformen, die beim Durchqueren der Innenstadt auf den öffentlichen Flächen wie versprengte Fragmente eines großen Puzzles auftauchen. 
Durch das Verfahren der Umformung und optischen Verzerrung wird der malerische Eingriff des Künstlers zu einem stadträumlichen SUCHBILD, das die Aufmerksamkeit und perzeptive Mitarbeit der Betrachter*innen herausgefordert, aber auch deren detektivische Neugier weckt, sich an der Erschließung des Bildes zu beteiligen.

Der Kunstbeirat der Städtischen Galerie hat mit Felice Varini einen international anerkannten Künstler nach Kirchheim unter Teck eingeladen, der in über 50 Einzelausstellungen in Europa, den USA, Asien und Australien und in zahlreichen Kollektivausstellungen bisher zu sehen war.

Felice Varini
*1952 in Locarno/CH, lebt seit 1980 in Paris/F.
Link: http://www.varini.org/
Interview mit Felice Varini:

Zum Projektbeginn liegt eine kostenlose DIN A5-Broschüre in allen öffentlichen Einrichtungen aus: CityRing, VHS, Rathaus, Bücherei, u.a.

Streifzüge entlang der Farblinien von Felice Varini 
Während der Laufzeit des Projekts bietet der Kunstbeirat kurze Streifzüge entlang der Farblinien von Felice Varini an. Termine und andere projektbegleitende Angebote sind ab Oktober abrufbar unter der Startseite: staedtischegaleriekirchheim.com

„Douze points pour six droites“ wird gefördert von der Stadt Kirchheim unter Teck, der Baden-Württemberg Stiftung, Stuttgart; Pro Helvetia Stiftung, Zürich/CH; Kreissparkassen Stiftung, Esslingen; Stiftung der Württembergischen Gemeindeversicherung (WGV), Stuttgart; LBBW Stiftung, Stuttgart; Architektenkammer Baden-Württemberg und Domino Stiftung, Reutlingen.

Das Projekt findet in Zusammenarbeit mit der Stadt Kirchheim unter Teck und mit dem Freundeskreis des Kunstbeirates statt.
https://staedtischegaleriekirchheim.com/freundeskreis-des-kunstbeirats-fdk/

Ortsbesichtigung mit Felice Varini und Assistentin und Kurator Florian van het Hekke 03/12/2021 © Susanne Jakob

Wir danken für die Unterstützung:

MATTHIAS BECKMANN

Januar 2022 – 2025 (Langzeitprojekt)

MATTHIAS BECKMANN

Eine mehrphasige Chronik des Kornhaus-Umbaus
(Kirchheim unter Teck 2022-2025).

Der in Berlin lebende Zeichner Matthias Beckmann wird in den nächsten vier Jahren das Kornhaus mit Stadtmuseum und Städtischer Galerie aufsuchen, um den Sanierungs- und Transformationsprozess zeichnerisch zu begleiten. Im Januar 2022 begann Matthias Beckmann mit der ersten zeichnerischen Dokumentation, in der er mit seinem nüchternen, reduzierten Zeichenstil den Status quo der Außensituation sowie der Museums- und Galerieräume notierte. Immer dann, wenn wieder eine neue Umbauphase beginnt, ein besonderer Eingriff in die bestehende Bausubstanz oder in das nähere Umfeld des Kornhauses bevorsteht, wird der Zeichner als aufmerksamer Beobachter und Chronist vor Ort sein und die Veränderungen dokumentieren. Bis 2025 soll daraus eine mehrphasige Zeichenserie zur Transformation des Kornhauses in eine zeitgenössische Kunst- und Kulturinstitution entstehen.

© Matthias Beckmann, Kornhaus (Museum) Januar 2022

Biographie
1965in Arnsberg geboren, lebt und arbeitet in Berlin
1984 – 1990Studium an der Kunstakademie Düsseldorf bei Prof. Franz Eggenschwiler
1989Meisterschüler von Prof. Franz Eggenschwiler
1990 – 1992Aufbaustudium an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart bei Prof. Rudolf Schoofs
seit 1995Künstlergruppe „Die Weissenhofer“ mit Jörg Mandernach und Uwe Schäfer (bis 2001 mit Sebastian Rogler, bis 2003 mit Thomas Raschke)

JANINA SCHMID

Selfserviceselfiebox
Ein Projekt des Kunstbeirates im Stadtraum von Kirchheim unter Teck

Der Kunstbeirat der Städtischen Galerie im Kornhaus hat die Künstlerin Janina Schmid eingeladen, im öffentlichen Raum von Kirchheim unter Teck ihr partizipatives Projekt „Selfserviceselfiebox“ einzurichten.  Die Aktionsbox wird am 11.,13. und 14. sowie am 18., 20. und 21. Mai an verschiedenen Standorten im Stadtraum von Kirchheim unter Teck stehen. Besucherinnen und Besucher können die Selfserviceselfiebox zur Gestaltung von Selbstporträts nutzen.

Standorte und Termine im Mai 2022

Mittwoch, 11. Mai
9.00 bis 13.00 Uhr: Ausgleichsfläche im Bürgerpark
14.00 bis 18.00 Uhr: Ausgleichsfläche im Bürgerpark
Freitag, 13. Mai
9.00 bis 13.00 Uhr: Max-Eyth-Straße 57
14.00 bis 18.00 Uhr: Mehrgenerationenhaus Linde; Alleenstraße 90
Samstag, 14. Mai
9.00 bis 13.00 Uhr: Vor dem Kornhaus;
Max-Eyth-Straße 19
Mittwoch, 18. Mai
9.00 bis 13.00 Uhr: Ausgleichsfläche im Bürgerpark
14.00 bis 18.00 Uhr: Lauterbrücke, beim Postplatz
Freitag, 20. Mai
9.00 bis 13.00: Marstallgarten
14.00 bis 18.00 Uhr: Marstallgarten
Samstag, 21. Mai
14.00 bis 18.00 Uhr: Bikepark, Jesinger Halde 5

BÜRGERPARK / HAIN DER KULTUREN

Die selfserviceselfiebox ist in einem PKW Anhänger untergebracht und ausgestattet mit verschiedenen Requisiten. Vorhänge in unterschiedlichen Farben, verschiedene Lichtquellen und ein großes Angebot an abstrakten Formelementen, zum Beispiel Kreise, Vierecke, Dreiecke, Tropfenformen, Winkel und Wellenformen stehen zur Verfügung. Farbigkeit und Materialität sowie die Formauswahl sind von der Künstlerin vorgegeben. Für Besuchende ohne eigenes Smartphone steht ein Leihgerät zur Verfügung. Ebenso gibt es in der Box ein Stativ mit Smartphone-Halterung sowie einen Fernauslöser, um Fotos auch aus größerer Distanz zu ermöglichen.

MAX-EYTH STRASSE

LINDE / Mehrgenerationenhaus, Alleenstraße 90

KORNHAUS – Städtische Galerie / Max-Eyth-Straße 19

LAUTERBRÜCKE beim Postplatz

selfserviceselfiebox – Gebrauchsanleitung

Nach einer Einführung durch die Künstlerin, dürfen Besuchende alleine oder in kleinen Gruppen (3-4 Personen) in den Raum und ihn nach eigenen Vorstellungen gestalten. Im Anschluss können die Selfies unter dem Hashtag #selfserviceselfiebox. veröffentlicht werden. Weitere Informationen: http://janinaschmid.de.

Zur Zielgruppe gehören alle, die Spaß an der Selbstinszenierung haben. Insgesamt sind sieben verschiedene Standorte vorgesehen, an denen temporär begrenzt die Aktionsbox benutzt werden kann. „Durch die Mobilität der Aktionsbox versuche ich ganz unterschiedliche Menschen zu erreichen. Gerade in der Vielfalt liegt der Reiz: Wie gehen SchülerInnen mit dem Angebot um? Lässt sich eine Seniorin überzeugen, es einmal auszuprobieren? Was halten Selfie erprobte Jugendliche von der Aktion? Und vor allem: Was für Bilder entstehen?,  fragt die Künstlerin. Ganz bewusst knüpft Janina Schmid in ihrem Projekt an den Selfie-Hype in den sozialen Medien an. Selfie-Machende werden in der Selfie-Box von KonsumentInnen zu gestaltenden AkteurInnen. 


Janina Schmid, Selfserviceselfiebox, Blaubeuren, Seissen
Fotos: Janina Schmid

Janina Schmid (*1982 in Ulm) hat ein Studium der Kunsterziehung und der Bildhauerei absolviert und verfolgt in ihren partizipativen Projekten den Ansatz einer Verknüpfung von kunstpädagogischen und künstlerischen Konzepten. Diesen Ansatz hat sie in ihrer „Selfserviceselfiebox“, ein mit Stoffen und abstrakten plastischen Formen zu einem farbenfrohen Innenraum umgestalteter PKW-Anhänger, realisiert. Eingeladen sind alle, die Spaß an der Selbstinszenierung haben. Die Beteiligten können sich für ihre Selfies in diesem künstlerisch gestalteten Raum einzelner Elemente wie Kreise und Dreiecke, Tropfen,- Wellen- und Henkelformen bedienen und die Lichtsituation im Raum verändern.

Ganz bewusst knüpft Janina Schmid in ihrem Projekt an den Selfie Hype in den sozialen Medien an. „In der Selfie Box reiten wir die Selfie Welle weiter und nutzen ihren Flow und ihre seltsame Stärke. Das Selfie hat anscheinend magische Anziehungskräfte auf vor allem junge Menschen und diesen Umstand möchte mein Projekt nutzen. Ich versuche diese Kraft, die in entsprechenden (Print-)Medien eher kritisch bis missbilligend betrachtet wird, umzulenken. Selfie-Machende werden in der Selfie Box von KonsumentInnen zu gestaltenden AkteurInnen“, so Janina Schmid.

Engel © Janina Schmid



GRUND & BODEN

Eine performative Bodenrichtwertpromenade durch Kirchheim unter Teck

von Susanne von Bülow und Ruppe Koselleck

Aktionstag in der Kirchheimer Innenstadt

Samstag 11. September 2021

Planierwalzendruck LIVE von 10 – 13 Uhr

Start am Otto-Ficker-Areal

  • Endpunkt vor dem Kornhaus, Max-Eyth-Str. 19

Standortabfrage unter M. 0173/ 8360238

Kaufen sie Grund und Boden für den guten Zweck!

Die Hälfte des Erlöses der bei der Performance entstandenen Drucke geht an den Aktionskreis »Starkes Kircheim – Allen Kindern eine Chance«.

Die Ergebnisse der Druck-Aktion werden vom 13.09 – 30.09.2021 in den Vitrinen der Städtischen Galerie, in den Arkaden des Kornhauses ausgestellt.

GRUND & BODEN

Susanne von Bülow und Ruppe Koselleck – sind ein künstlerisches Familienunternehmen, das quadratmeterweise mittels Planierwalzen, Pigmenten und schwerem Büttenpapier den Grund und Boden abbildet. Dabei entspricht der Wert der Drucke genau dem Bodenrichtwert vor Ort.

Denn nicht der Künstler – die Lage macht den Preis!

Sichtbar wird dadurch nicht nur die Schönheit des Bodens sondern zugleich auch seine einzigartige Beschaffenheit, seine schwäbische Besonderheit und sein real erzielter Preis, den man für den Erwerb vor Ort auszugeben bereit ist.
Grund und Boden untersucht dabei die entstandenen Gefälle zwischen Zentrum und Peripherie. Das gilt ebenso lokal wie global. Die Preise und Werte von Kiel bis Kirchheim unter Teck, Wasserburg am Inn bis Paris an der Seine, weisen dabei partiell astronomische Differenzen auf!

AUSSTELLUNG

Vom 1. – 12. September 2021 kann man ausgewählte Drucke aus anderen Städten in den Schaufenstern der Kornhausarkaden sehen.

Vom 13.-30. September 2021 werden die in Kirchheim entstanden Bodenrichtwert-Drucke in den Schaufenstern gezeigt.

Susanne von Bülow und Ruppe Koselleck
http://www.tfiftytwo.de

Ein Projekt des Kunstbeirates der Städtischen Galerie im Kornhaus
im Rahmen des »Kirchheimer Sommer 2021.

VEIT STRATMANN

Veit Stratmann
Module für Kirchheim
Intervention im öffentlichen Raum

PROJEKTSTART
Sonntag, 16. Mai 2021

Aufgrund der aktuell geltenden Coronavorschriften kann am Sonntag, 16. Mai 2021 leider keine offizielle Eröffnung der Ausstellung „Module für Kirchheim“ von Veit Stratmann stattfinden.
Der Künstler steht jedoch für Einzelgespräche in der Zeit von 16.00 bis 18.00 Uhr vor der Städtischen Galerie im Kornhaus zur Verfügung und freut sich auf Ihr Kommen.


Verlängerung der Ausstellung bis Sonntag, 31. Oktober 2021

FINISSAGE:
Künstlergespräch mit Veit Stratmann und Dr. Heiderose Langer
Samstag, 30. Oktober, 17.00 Uhr 
Treffpunkt: Vor dem Kornhaus

Dauer der Ausstellung
16. Mai bis 31.10. 2021

Standorte der 10 Module im Stadtzentrum von Kirchheim unter Teck:

Max-Eyth-Haus
Postplatz
Alter Teckbote
Rathaus
Schlossplatz
Schlossgraben
Wachthaus
Dettinger Straße
Turmstraße
Max-Eyth-Straße


Veit Stratmanns künstlerische Intervention umfasst 10 formidentische Sitzmodule, die an verschiedenen Standorten einzeln in der Kirchheimer Innenstadt fest im Boden verankert werden und sich als Angebote zum Innehalten und Sitzen verstehen.

Die Module bestehen aus galvanisiertem Stahl. Rückenlehne und Sitzfläche sind gleich große Stahlblechelemente, konstruiert aus zwei gegeneinander geschweißte „Hohlschalen“. Diese Module sind einerseits einfache, auf das technisch Notwendige reduzierte Formobjekte und damit unauffällig. Andererseits sind sie durch ihre Höhe, die orangefarbene Lackierung der Sitzflächen und der Rückenlehnen sowie ihre Einzelstellung sehr sichtbar und auffallend. Ein Passant kann bei seinem Gang durch die Innenstadt mehreren Modulen nacheinander begegnen, sie wahrnehmen und eine Verbindung zwischen ihnen herstellen. Damit werden die Module zu Ankerpunkten einer neuen innerstädtischen Struktur, zu einem immateriellen Netz aus Wegstrecken, Blickrichtungen und Erinnerungen. Und da jeder Besucher der Innenstadt den Modulen in unterschiedlicher Geschwindigkeit, auf verschiedenen Wegen und in anderer Reihenfolge begegnet, kann das Netz, trotz seiner Verankerung, eine Vielzahl diverser Formen annehmen. Mit jedem Gang durch die Innenstadt ziehen Passanten neue Stränge in das Netz, verändern und verdichten es aktiv. (Heiderose Langer)

Abb. Urbane Intervention: Veit Stratmann, L’élément pour la ville/ Element für die Stadt, Karlsruhe 2002.

Weitere Informationen zu VEIT STRATMANN:

http://www.residencyunlimited.org/veit-stratmann-to-be-featured-in-the-project-room-seattle/
https://transverse-art.com/oeuvre/les-sols-serie
https://www.museum-folkwang.de/de/aktuelles/ausstellungen/archiv/veit-stratmann.html

DOWNLOAD Einladungskarte VEIT STRATMANN in Kirchheim unter Teck

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Mit der freundlichen Unterstützung des Bureau des arts plastiques des Institut français und des französischen Kulturministeriums.

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MARK FORMANEK

Standard Time
13. – 20. Dezember 2020, 24-Stunden-Videoprojektion
Max-Eyth-Str. 38, Kirchheim unter Teck

Standard Time ist die Dokumentation einer 24-stündigen Performance des Berliner Künstlers Mark Formanek. Parallel zur Echt­zeit fertigten im Jahr 2007 siebzig Akteure eine 4 x 12 Meter große fort­lau­fen­de di­gi­ta­le Zeit­an­zei­ge aus Holz­bret­tern: 1611 Um­bau­ten in 24 Stun­den, die lü­cken­los auf­ Video aufge­nom­men wurden. Wer sich Stan­dard Time an­sieht, sieht eine Uhr­zeit, aber auch Men­schen, die diese Zeit­an­zei­ge bauen. So fallen die Entstehung der Zeitanzeige mit der Anzeige der (Real)Zeit im Video zusammen.
Standard Time ist eine Arbeit des Künstlers Mark Formanek, realisiert durch die Medienagentur Datenstrudel.

Abbildungen: ststs, 24-Stunden-Projektion, Max-Eyth-Str.38, Kirchheim unter Teck

Fotos: © ststs 2020

PRESSE:

DER TECKBOTE (Kai Bauer) vom 18.12.2020


DER TECKBOTE (pm) vom 8.12.2020


TECKTOPISCH

TECKTOPISCH ist eine Stadterkundung
des postgraduierten Studiengangs
KUNST & ÖFFENTLICHER RAUM / ÖFFENTLICHE HANDLUNGSFELDER
Akademie der Bildenden Künste Nürnberg
in Zusammenarbeit mit der
Städtischen Galerie & Museum im Kornhaus, Kirchheim unter Teck.
10. Juli – 19. September 2010

Mehr Informationen: https://tecktopisch.wordpress.com/

Nach mehrmonatigen Recherchen in der Teckstadt entwickelten die StudentInnen Projekte, in denen verborgene historische und archäologische Strukturen oder auch unbeachtete (Alltags-)Phänomene thematisiert werden, wie beispielsweise in Julia Karmanns ortsspezifischen Arbeiten „Andere Räume“ oder in den von Geraldine Frisch durchs Fernrohr zu fokussierende „Juckepunkte“ der schwäbischen Kleinstadt.

Die Frage nach unterschiedlichen Ethnien, Lebensformen und gesellschaftlicher Integration werden in der „Oral Statement Drawing Series 2009 – 2010“ von Dongwhan und Haejun Jo bearbeitet, die auf Interviews mit ehemaligen Aussiedlern basieren, sowie im Rollenspiel von Rainer Schenk „Herr Selcuk könnte es nicht besser machen“, bearbeitet. Auf die im Stadtraum platzierten Skulpturen, Denkmäler und Brunnen, die zahlreichen öffentlichen Möblierungen, sowie die privatwirtschaftlichen Requisiten und Icons, die im Zuge der Kommerzialisierung die Strassen und Plätze bevölkern, reagieren Veronika Hammerl und Michael Dietlinger mit poetischen und sozialkritischen Audioinstallationen.

Während Veronika Hammerl städtische Objekte zum Sprechen bringt, reagiert Chris Weiss auf die identitätsstiftende Bronzeskulptur „Pannonia“ mit handlungs- und körperbezogenen Kommentaren.

Während der Sommermonate nutzen Hegemans & Hüter die Organisationsstruktur und Öffentlichkeit traditionsreicher Stadtfeste. Zu städtischen Ereignissen erstellt das Künstler- und Architektenteam flexible temporäre Bauten, in denen ein „Street Kino, ein „Chill-Lounge-Kino“ und eine „Peep Show“ angeboten werden. ( 30.7., 20.8. und 3.9. 2010)

Die mit „tecktopisch“ charakterisierten Projekte werden sowohl in der Innenstadt Kirchheims als auch in der Städtischen Galerie (EG) und im Museum im Kornhaus zu sehen sein: Für Nina Walser und Almut Reichenbach liefern museale Exponate wichtige Impulse für installative Arbeiten wie beispielsweise für das mit Lebensmitteln nachgebaute Stadtmodell (Walser), das entweder bei der Eröffnung vertilgt oder sich anschließend selbst auflösen wird. Mit haarigen Implantaten im Museum und in der Innenstadt kommentiert hingegen Almut Reichenbach die von Frauenhand in häuslicher Fron gestalteten Haarbilder, die im Museum als Erinnerungsfetische an verstorbene Person ausgestellt sind.

Bereits ab 1. Juli 2010 finden sowohl in der Innenstadt Kirchheims als auch in der Peripherie der Teckstadt Aktionen statt: Jakob Friedl umkreist und durchkreuzt mit einem umgebauten Fahrrad, auf dem ein Zeichenbrett montiert ist, das Stadtgebiet. Wie ein Seismograph zeichnet er topografische Veränderungen und Unebenheiten auf. Die Aufzeichnungen der mehrtägigen Geländeuntersuchung werden in der Kornhausgalerie gezeigt. Eine Woche lang (1. – 7. Juli) führt die Koreanerin Ji Hye Han die partizipative Aktion „Absorptia“ in der Innenstadt durch, bei der die Passanten gebeten werden einen Beitrag /Äußerung an ihrem haftenden Kleid anzukleben. Die tagebuchartigen Körperhüllen werden ab dem 9. Juli in den Schaufenstern der Kornhausgalerie zu sehen sein. Am 8. und 9. Juli führt Gang Zhou ab 11 Uhr ein chinesisches Geburtstagsritual in der Innenstadt Kirchheims auf, um an das Alter der Stadt und an die Eröffnungsveranstaltung im Kornhaus zu erinnern.

Wie die Entstehung einer Stadt, entwickelt sich auch das Projekt TECKTOPISCH langsam, von der Planung /Konzept bis hin zu ersten realisierten Arbeiten und Aktionen. Die Eröffnungsveranstaltung am 9. Juli stellt innerhalb des Gesamtprojekts nur ein erstes Zwischenergebnis vor, das durch weitere Projekte, Aktionen und Installationen ständig ergänzt und aktualisiert wird. Weitere Veranstaltungen, die während der Ausstellungsdauer 10. Juli – 19. September 2010 statt finden, entnehmen Sie bitte dem Faltblatt.

Die Stadterkundung TECKTOPISCH wurde kuratiert von Simone Decker und Susanne Jakob, in Zusammenarbeit mit dem Stadtarchiv, dem Städtischen Museum im Kornhaus, dem Kulturamt und dem Amt für Stadtentwicklung Kirchheim /Teck, sowie der Klasse für künstlerische Konzeptionen (Prof. Decker), der Bildhauerklasse (Prof. Ottmar Hörl), der Klasse für Schmuckgestaltung (Prof. Mayer) und der Klasse für Graphik/Kommunikationsdesign (Prof. Girst/Prof. Felten), AdBK Nürnberg.
Grafische Projektbegleitung und Gestaltung: Lea Hoerl und Kai Schmitzer, AdBK Nürnberg

Pressetermin: Donnerstag, 8. Juli 2010, 11.00 Uhr

Eröffnung: Freitag 9. Juli 2010, 19.00 Uhr
Foto: STADTREINIGUNG  –  AKTION ZU „SAUBER & SICHER“, 3/2020 © Susanne Jakob

HANS PFROMMER IM MICROSSAGE

Die letzte Veranstaltung 2020 ist eine Ausstellung mit Werken von Hans Pfrommer in einem zum Ausstellungsraum umgebauten Wohnwagen, abgestellt auf der Ausgleichsfläche im Bürgerpark vom 1. bis 4. Oktober.

Headerfoto: Microssage © Osvath/Preuß

Eröffnung Hans Pfrommer „daheim“ in der Microssage am 1.10.2020, 18-20 Uhr
Fotos: © Florian van het Hekke, Susanne Jakob und ststs.

Hans Pfrommer
< daheim >

Malerei und Zeichnung von Hans Pfrommer
im Microssage, einem mobilen Ausstellungsraum von Steffen Osvath und Liane Preuß.
auf der Ausgleichsfläche der Städtischen Galerie im Kornhaus im Bürgerpark.
Dauer: 1.10.– 4.10.2020

Eröffnung am Fokustag der KulturRegion
Donnerstag, den 1.10.2020, 18 -21 Uhr

Festrede von Timo Brunke
mit einer musikalischen Performance von Hans Pfrommer und Armin Subke

Begleitprogramm
Samstag, 3.10.2020, 15:00 Uhr
Führung mit Monika Schaber (Kunstbeirat)
Sonntag, 4.10.2020, 16:00 Uhr
Finissage mit dem Künstler

Angeregt durch das Festivalthema der KulturRegion Unter Beobachtung. Kunst des Rückzugs präsentiert der Kunstbeirat der Städtischen Galerie im Kornhaus “daheim” von Hans Pfrommer im Bürgerpark der Stadt Kirchheim. Der ungewöhnliche Ort als Plattform für öffentliche Aktionen ging aus einem von den Künstlern Dellbrügge/de Moll 2019 realisierten Projekt 2019 hervor: Mit der Gestaltung einer Ausgleichsfläche in Galerieraumgröße unter Verwendung von Recycling-Material reagierte das Künstlerduo auf die bevorstehende Schließung des Kornhauses. Dort nun wird vom 1. bis 4. Oktober ein zum mobilen Ausstellungsraum umgebauter Wohnwagen aufgestellt und für vier Tage eine Auswahl von Werken von Hans Pfrommer beherbergen und dabei zum Besuch dieser ungewöhnlichen Situation einladen.
Der Tabbert 5000-Wohnwagen wurde von den unter dem Namen „Microssage“ firmierenden Betreibern in einen Showroom und einen Loungebereich gegliedert und bietet den perfekten Rahmen für die kleinformatigen realistischen Gemälde und Zeichnungen des Stuttgarter Malers, der mit feinsinnigem Humor und spitzer Ironie die Absurditäten des Alltäglichen einfängt. In unvergleichlicher Art paaren sich Melancholie, Pathos und Satire in seinen Bildern. Die hintersinnigen, ironisch-lapidaren, beigefügten Titel haben dabei einen nicht unwesentlichen Anteil und so liegt es nahe, dass auch das gesprochene Wort bei der Eröffnung der Ausstellung eine Rolle spielen wird. Die einführende „Festrede“ wird von dem in Kirchheim aufgewachsenen und durch Poetry-Slam bekannt gewordenen Wortkünstler Timo Brunke gehalten. Hans Pfrommer wird im Anschluss gemeinsam mit dem Malerkollegen und Musiker Armin Subke eine musikalische Performance zum Besten geben.

Microssage ist ein mobiler Ausstellungsraum unter Konzeption und Durchführung von Steffen Osvath und Liane Preuß. http://www.microssage.de

Hans Pfrommer (*1969) hat an der Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart studiert. Er erhielt international anerkannte Stipendien, wie zuletzt „Cité Internationale des Arts“ in Paris. Er hatte Einzelausstellungen beispielsweise in der Galerie der Stadt Backnang, im Schloss Donzdorf und der Galerie Emmanuel Walddorff in Köln und nahm an zahlreichen Gruppenausstellungen teil. Seine Werke sind unter anderem in der Graphischen Sammlung der Staatsgalerie Stuttgart und der Kulturstiftung der ZF Friedrichshafen AG vertreten.

Timo Brunke (*1972) ist nach einem Studium der evangelischen Theologie und einer Schauspiel- und Sprecherausbildung als freischaffender Wortkünstler tätig. Er hat Auftritte im In- und Ausland, auf Theater-, Musik- und Literaturbühnen.
http://www.timobrunke.de

Öffnungszeiten
Donnerstag, 1.10. 18-21 Uhr,
Freitag bis Sonntag, 2.10. – 4.10.2020, jeweils 11-18 Uhr

Abb.2: © Hans Pfrommer

KURT LAURENZ THEINERT & THOMAS MAOS

Der Kunstbeirat der Städtischen Galerie im Kornhaus
präsentiert am Rollschuhplatz

„Klang-Licht-Spiele“
mit Kurt Laurenz Theinert & Thomas Maos

Samstag, 12.9.2020, 21:00 Uhr 
Dauer: ca. 40 min.

Einlass: um 20:45 Uhr

Header:© Kurt Laurenz Theinert
Fotos: © Kurt Laurent Theinert und © Torsten Wenzler

Thomas Maos und Kurt Laurenz Theinert spielen gerne, der eine mit seiner Gitarre und der andere mit Licht. In freien Improvisationen verwandeln sie den Rollschuhplatz in einen Kosmos aus Farben, Mustern, Klängen und Rhythmen. Klingt harmlos, ist aber überwältigend! Balken aus weißem Licht verformen, rastern und überlagern sich, werden farbig, tanzen, werfen Netze aus, reagieren auf die Geräusche und Klänge, führen aber auch über sie hinaus.
Kurt Laurenz Theinert ist Live-Licht- und Medienkünstler. Seine „visual piano“ Performances werden auf der ganzen Welt gezeigt. Von Sao Paulo, London, Sydney, Berlin über New York bis Singapur. Er schafft mediale Lichträume – live, abstrakt und raumfüllend – mit 360° Panorama-Projektionen. Das Besondere: Es gibt keine technische Verbindung zwischen Bild und den anderen beteiligten Künstlern. Der Dialog ist reine Improvisation, er erfolgt direkt und spontan. Möglich wird dies durch das das weltweit einzigartige Instrument »visual piano«, das Kurt Laurenz Theinert in Zusammenarbeit mit Philipp Rahlenbeck erfand und das ihm ermöglicht, ohne die Verwendung von vorgefertigten Clips, Räume mit Linien, Objekten und Farben in Echtzeit zu füllen.

Thomas Maos bewegt sich zwischen populärer und experimenteller, komponierter und frei improvisierter Musik. Seit über 20 Jahren arbeitet er mit Musikern, Schauspielern, Theatern, Lichtkünstlern und Tänzern in interdisziplinären Projekten zusammen.
Sein 1999 gegründetes CAMP-Festival war mehrfach im Ausland zu Gast (Rumänien, Bulgarien, Kroatien, Italien, Portugal) und wurde 2013 auf die Kunstbiennale in Venedig eingeladen. Für den mehrfach ausgezeichneten Gitarristen (Stipendium Kunststiftung Baden-Württemberg, Schloss Solitude Stuttgart, Baden-Württembergischer Theaterpreis 2017) steht die Arbeit am Klang im Vordergrund. Seine Leidenschaft ist die elektro-akustische Musik und die Erweiterung deren Klangspektrums, hier kongenial die Lichtregie Theinerts begleitend.

Die extra für Kirchheim und die Bastionsmauer konzipierte Vorstellung wird am Abend des 12.09. im Rahmen des Kirchheimer Kultursommers 2020 vom Kunstbeirat der Städtischen Galerie Kirchheim unter Teck veranstaltet.
Der Kunstbeirat nutzt die Zeit des Umbaus der Städtischen Galerie im Kornhaus, um bildende und darstellende Kunstformen an verschiedene Orte der Stadt zu bringen.

Header Foto: © Kurt Laurenz Theinert