JULIANE LAITZSCH

04.10. – 08.11.2026

AUSSTELLUNG
Juliane Laitzsch

„FRAGILES GRÜN„
Zeichnungen und Papierschnitte
in den Kabinetten des literarischen Museums in Kirchheim unter Teck.
Eröffnung: 4. Oktober 2026 um 15 Uhr
Begrüßung: Monika Schaber, Kunstbeirätin
Literarisches Museum / Kirchheim Teck
Max-Eyth-Straße 15, 73230 Kirchheim unter Teck
Öffnungszeiten: Freitag bis Sonntag 10-15 Uhr

In ihrer installativen Arbeit legt Juliane Laitzsch den Fokus auf das im Literarischen Museum ausgestellte zeichnerische Werk des in Kirchheim geborenen Botanikers Johann Simon Kerner (1755-1830) sowie seine illustrierten und publizierten Bücher zu Bäumen und Pflanzen. Dabei setzt sie die Zeichnung als künstlerisches Medium ein, das in Auseinandersetzung mit Naturprozessen und deren wissenschaftliche Erforschung eine analysierende, kommentierende und den Raum poetisch transformierende Funktion einnimmt.

Lesung: Sonntag 25. Oktober 2026, 11:30 Uhr
Gilbert Fels liest aus seinem Buch „Der Gebrauch von Gärten“.
Freier Eintritt.

Im Rahmen der Ausstellung lädt der Kunstbeirat zu einer Lesung von Gilbert Fels ein. Sein Buch „Der Gebrauch von Gärten“ thematisiert „Gärten als Sehnsuchtsorte, als hohes zivilisatorisches Gut und als höchst verletzliches Gut zugleich“. Es handelt von „den verlorenen Gärten der Kindheit über gefundene, private Gärten bis hin zu bekannten, ebenfalls unwiederbringlichen / in Pompeji, auf der Reichenau, den Garten Eden selbst“.

Gilbert Fels (*1956 in Stuttgart), studierte Geschichte und Analytische Philosophie an der Universität Mannheim. Seit 1983 entstehen belletristische Texte. 1986 Stipendium der Kunststiftung Baden-Württemberg für „Zweimal Gebirge“, Landschaftsbeschreibungen. 2021 Arbeitsstipendium Förderkreis Baden-Württemberg und Landesstipendium Baden-Württemberg für „Der Gebrauch von Gärten“. Eine Lyrikerzählung, 2023 bei Kröner Edition Klöpfer erschienen.

Finissage: Sonntag, 8.11.2026, 15.00 Uhr
Artist Talk – Juliane Laitzsch und Dr. Heiderose Langer, Kunstbeirätin

Städtische Galerie im Kornhaus – AUSSER HAUS –
Zu Gast im Literarischen Museum im Max-Eyth-Haus
Ort: Literarischen Museum im Max-Eyth-Haus, Max-Eyth-Straße 15, 73230 Kirchheim unter Teck. Öffnungszeiten: Freitag bis Sonntag 10 – 15 Uhr

Abb.1: Header © Juliane Laitzsch, „Fragiles Grün“ 2026
Abb. 2: © Juliane Laitzsch, Gespenster und Landschaft, 2015

Juliane Laitzsch nähert sich in ihren Zeichnungen und Papierschnitten den Naturforschungen Kerners. Sie analysiert und kommentiert mit kleinen Zetteln und Zeichnungen seine Illustrationen und arbeitet mit Textfragmenten aus seinem Buch Beobachtungen über die beweglichen Blätter der Süßklee-Pflanze, seiner Streitschrift zur Erlangung der Würde eines Professors von 1784. Kerner befasst sich unter anderem mit der Ähnlichkeit des Schlafes bei Pflanzen und Tieren. Seine Texte werden ergänzt mit zeitgenössischen Texten zu Pflanzen, insbesondere mit Fragmenten aus dem Buch „Die Lichtwandler“ von Zoë Schlanger aus dem Jahr 2024.

Im Ausstellungsraum greift Juliane Laitzsch mit ihren Zeichnungen und Papierschnitten das Wachsen und Wuchern der Pflanzen auf, u.a. indem diese sich aus den Vitrinen herauswinden. Begriffe des Wachsens und Wucherns bilden den Ausgangspunkt ihrer installativen Eingriffe in den Raum.

Grundlegend für ihre künstlerische Praxis ist das Medium Zeichnung, das mit den Papierschnitten in seinen räumlichen und installativen Möglichkeiten erkundet wird. Sie nutzt die Zeichnung als Ausdrucksmittel der Annäherung wie auch zur Verlangsamung des Wahrgenommenen und richtet ihre Aufmerksamkeit auf den Prozess des Zeichnens und Schneidens. In einem dialogischen Prozess erforscht sie in ihren Papierschnitten die „Fragilität des Grünen“.
„Ich verstehe meine Arbeit als künstlerische Forschung, deren Ziel sich eher als gesteigerte Lebendigkeit, denn als Zuwachs an Wissen beschreiben lässt“, so die Künstlerin.

Juliane Laitzsch (*1964 in Nürnberg) hat in Bremen und Berlin freie Kunst studiert. Ihre Arbeiten sind Teil nationaler und internationaler Sammlungen und werden in Museen im In- und Ausland gezeigt.

Für ihre Dissertation Spätantike Textilien – Experimente der Wahrnehmung wurde ihr von der Kunstuniversität Linz der Doktortitel verliehen. Ihre Arbeit zu Kerner entsteht vor dem Hintergrund der Erfahrung ihres eigenen Gartens, einem großen Gelände in Nordwestmecklenburg. Weitere Informationen: http://www.julianelaitzsch.de

MICHAELA MELIÀN

TeckTrack

24.09. – 16.10.2022

TeckTrack besteht aus zwei Klanginstallation: Eine befindet sich an einem Laternenmasten neben der Ausgleichsfläche der Städtischen Galerie im Kornhaus im Bürgerpark (Alleenstraße 22), die andere auf der Stadtbefestigung über dem Club Bastion (Max-Eyth-Straße 57/2) in Kirchheim unter Teck.

Der Kunstbeirat der Städtischen Galerie im Kornhaus präsentiert in Zusammenarbeit mit dem Kulturamt der Stadt Kirchheim unter Teck für die KulturRegion Stuttgart im Rahmen des Festivals „Übermorgen“ die Klanginstallation „TeckTrack“ der Künstlerin Michaela Melián.

Die Liebe zur Musik hat in Kirchheim unter Teck eine lange Tradition. Schon im 18. und 19. Jahrhundert verbrachten die Adligen auf dem Kirchheimer Schloss so manche Abende damit, den Klängen von Violine, Harfe und Klavier zu lauschen. Auch im Instrumentenbau spielte die Stadt eine Rolle: Für über ein Jahrhundert baute hier die Firma Kaim in ihrer Manufaktur Klaviere für den internationalen Markt. Ein Sohn der Familie Kaim gründete schließlich das Orchester, aus dem später die Münchner Philharmoniker hervorgehen sollten. Weitere Namen berühmter Musiker sind mit Kirchheim unter Teck verbunden, darunter Werner Gneist, Komponist des Kanons »Viel Glück und viel Segen«.

Eine umfangreiche Recherche zur Musikgeschichte der Stadt bildet die Grundlage für Michaela Meliáns Klanginstallation »TeckTrack«. Die vielfach ausgezeichnete Künstlerin und Musikerin hat aber auch in der Gegenwart geforscht und die Menschen vor Ort befragt. Entstanden ist ein Soundtrack, der historische Tonquellen aus dem Stadtarchiv mit aktuellen Lieblingsstücken der Kirchheimer:innen verbindet – ein heterogener Querschnitt des Musikgeschmacks von jungen und alten, von gebürtigen und zugezogenen, von Fans, Laien und Profis.

Header: Zeichnung und Fahne am Rathausturm von Michaela Melián © ststs
Fotos: Eröffnungsveranstaltung am 24.9.22 mit Michaela Melián, Julian Warner (Kurator KulturRegion) und Publikum, Fotos © ststs (Stef Stagel/Steffen Schlichter)

Melián freut sich, wenn sie mit Kunst im öffentlichen Raum auch Menschen abseits des herkömmlichen Kulturpublikums erreichen kann. Leute, die normalerweise nicht ins Museum kommen. So hat sie für die Installation der beiden Lautsprecher bewusst zwei Plätze gewählt, an denen sich die Kirchheimer Jugendlichen gerne aufhalten: die Ausgleichsfläche im Bürgerpark außerhalb des Stadtkerns und die Plattform auf der Stadtbefestigung über dem Club Bastion innerhalb der historischen Altstadt. Diese beiden Orte treten durch den TeckTrack in einen unsichtbaren, aber gut hörbaren Dialog. Ein dritter Spielort ist der Rathausturm, hier wird der TeckTrack einmalig zur Eröffnung abgespielt. Außerdem machen dort eigens von Michaela Melián gestaltete Fahnen auf ihr Projekt aufmerksam.

Michaela Melián ist Künstlerin und Musikerin und bekannt für ihre multimedialen Installationen, Hörspiele und Soundarbeiten. Sie ist Mitglied der Band F.S.K. und lehrt als Professorin für Zeitbezogene Medien an der Hochschule für bildende Künste Hamburg. Melián lebt in Oberbayern und Hamburg.

Film „TeckTrack„

Dokumentation der Sound-Performance zur Eröffnung von TeckTrack am 24.09.2022

Konzept & Komposition:
Michaela Melián
Kamera & Schnitt. Stef Stagel
Technischer Support und Ausstattung:
ststs (Schlichter & Stagel)


PRESSE REVIEWS

Der Teckbote (Kai Bauer) vom 26.9.2022