IVO WEBER

TAKE A COFFEE 

LOOK THE ARTIST NEAR THE CASTLE

2 Tage |  8 Künstler:innen |  8 Ausstellungen   | + Kaffee

Ein kollaboratives Projekt von Ivo Weber für die Städtische Galerie im Kornhaus
– AUSSER HAUS – Kirchheim unter Teck

Eröffnung

Samstag, 27. Juni 2026 um 10:30 Uhr
Begrüßung
Stef Stagel und Steffen Schlichter, Kunstbeirat
Einführung
Dr. Frank Bauer, Historiker und Kulturamtsleiter


Termine
Samstag, 27. Juni und Sonntag, 28. Juni 2026 zeitgleich mit dem Kirchheimer Stadtfest
Öffnungszeiten täglich von 11.00 bis 18.30 Uhr

Projektort:
Am Schlossgraben des Kirchheimer Schlosses, vor dem Eingang zum Schlossmuseum am Alleenring

Anmeldung
Für Ihre individuelle Besuchszeit wird eine Online-Anmeldung empfohlen.

Bitte melden Sie sich über den nachstehenden QR-CODE an:

Auf Einladung des Kunstbeirats der Städtischen Galerie im Kornhaus präsentiert der Kölner Künstler Ivo Weber sein Langzeitprojekt „TAKE A COFFEE …“ im Kirchheimer Schlossgraben.

Im Mittelpunkt steht dabei die Beziehung zwischen Künstlerin, Werk und Betrachterin. 
Ausgangspunkt des Stadtprojekts ist ein White-Cube-Ausstellungsraum mit eingezäunter Terrasse, der auf einem Autodach befestigt ist. Das ungewöhnlich erweiterte Ausstellungs-Automobil ist im südlichen Burggraben des Kirchheimer Schlosses zu finden, neben dem Museumseingang und direkt am Alleenring gelegen. Zum Projekt eingeladene Künstler:innen bespielen jeweils im Wechsel von 90 Minuten die luftige Ausstellungssituation. 


Ein exklusives Erlebnis
Der Besuch der Ausstellung ist ein exklusives Erlebnis: Da sich jeweils nur eine Besucherin bzw. ein Besucher im Ausstellungsraum oder auf der davor liegenden Terrasse befindet, kommt es zu einer ganz individuellen Begegnung mit der Künstlerin bzw. dem Künstler und dem Kunstwerk. Gleichzeitig ist die Situation von außen bzw. oben als Blick in den Schlossgraben einsehbar und somit öffentlich.
Die exponierte, erhöhte Position des White Cubes auf dem Autodach bei der ungewöhnlichen Platzierung im Schlossgraben mit eingeschränktem Zugang erzeugt einen Schutzraum und eine Bühne zugleich. Zum Gelingen der Kollaboration tragen alle Beteiligten bei .


Ivo Weber hat gemeinsam mit den Kurator:innen des Kunstbeirats Künstler:innen eingeladen, ihre Arbeiten im Rahmen von „TAKE A COFFEE …“ zu präsentieren und sich bereits im Vorfeld mit den Gegebenheiten des Ortes zu beschäftigen.
Während einer Vorbesprechung führte Stadtarchivar und Kulturamtsleiter Dr. Frank Bauer die Beteiligten in die Geschichte des Kirchheimer Schlosses ein. 


Eingeladene Künstlerinnen und Künstler:

Hans Pfrommer & Armin Subke
Julia Wenz-Delaminsky
Jochen Damian Fischer
Sylvia Winkler & Stephan Köperl
Filderbahnfreunde Möhringen
Hyunjeong Ko
Colin Thun
Michael Gompf

Die Künstler:innen werden eine oder mehrere Arbeiten im White Cube präsentieren.
Die Präsentation jeder Künstler:in dauert an einem der beiden Ausstellungstage jeweils nur 1,5 Stunden.
Der Ausstellungsbesuch kann im Vorfeld online oder auch spontan vor Ort in Zeitintervallen von 30 Minuten für je eine Besucher*in gebucht werden.

Die gezeigten Arbeiten decken eine große Bandbreite künstlerischer Ausdrucksformen ab. Zum Besuch gehört auf jeden Fall die Möglichkeit, mit den jeweils Ausstellenden und Ivo Weber einen Kaffee auf der Terrasse vor dem Ausstellungsraum einzunehmen und sich dabei angeregt über das Gesehene zu unterhalten.

Ivo Weber (* 1962 in Biberach an der Riß) lebt und arbeitet in Köln.
http://www.ivoweber.de


Mobiler Ausstellungsraum auf dem Autodach Foto © Ivo Weber

RODRIGO ARTEAGA

13. April – 15. Juni 2025

MUSHROOM VARIATIONS
Rodrigo Arteaga ud Johann Simon von Kerner – Eine Begegung

Finissage: Sonntag, 15. Juni 2025, 14 Uhr
Ausstellungsgespräch mit Rodrigo Arteaga und Monika Schaber, Kuratorin

Literarisches Museum im Max-Eyth-Haus
Max-Eyth-Straße 15 73230 Kirchheim unter Teck
Öffnungszeiten:
Dienstag – Freitag  10:00 – 12:00 Uhr und 13:00 – 17:00 Uhr
Samstag, Sonn- und Feiertag 10:00 – 15:00 Uhr
Karfreitag und Ostersonntag geschlossen, Ostermontag geöffnet

Auf Einladung des Kunstbeirats besuchte der chilenische Künstler Rodrigo Arteaga
die Dauerausstellung des in der Teckstadt geborenen Botanikers und Illustrators J.S. von Kerner (1755-1830) im Literarischen Museum.
Rodrigo Arteaga, der bereits 2023 sein künstlerisches Forschungsprojekt über Myzelien als «Mycelium Book» in Zusammenarbeit mit dem Centre for Print Research in Bristol herausgegeben hat, begegnet im Literarischen Museum der von J. S. von Kerner 1786 veröffentlichten Originalausgabe «Giftige und eßbare Schwämme».
Ab dem 13. April 2025 zeigt Rodrigo Arteaga die Ergebnisse seiner Auseinandersetzung mit dem Kirchheimer Botaniker und Illustrator, indem er die bestehende museale Präsentation im Literaturmuseum um kleine Eingriffe und Attributionen erweitert.

Rodrigo Arteagas beschäftigt sich in seiner künstlerischen Praxis mit den komplexen Beziehungen zwischen Natur, Kultur und deren Manifestationen. Dabei arbeitet er mit unterschiedlichen künstlerischen Medien und Präsentationsformen wie Fotografie, experimentellen druckgrafischen Verfahren, Film, Diorama, aber auch mit Archiven und Sammlungen, die oft zu raumgreifenden Installationen zusammengeführt werden.
Um seine Arbeit und sein Denken weiterzuentwickeln, arbeitet er mit Spezialisten aus verschiedenen Bereichen wie Mikrobiologie, Mykologie, Naturgeschichte und Ökologie zusammen.

„Arteagas Arbeit umfasst nicht nur das Studium von Pilzen, sondern auch das von Moosen und Flechten (Lichen) und steht ganz im Zeichen einer neuen künstlerischen Fragestellung: Diese will künstlerische Forschung und den Umgang mit nichtmenschlichen Spezies für die Kunst nutzbar machen und damit zu einer weniger anthropozentrischen Kunstproduktion beitragen“. (Susanne Jakob, Eröffnungsrede am 13.4.2025)

© Rodrigo Arteaga

Rodrigo Arteaga *1988 Santiago de Chile
2018 Master an der Slade School of Fine Art London/GB
2012 Abschluss in Druckgrafik Universidad de Chile.
Er hatte bereits zahlreiche Einzelausstellungen, Ausstellungsbeteiligungen und Stipendien in Lateinamerika und Europa, 2020 erhielt er den ersten Preis des MAVI Young Art Award in Chile. www.rodrigoarteaga.com

Johann Simon von Kerner *1755 Kirchheim unter Teck – 1830 Stuttgart
1770 Zögling an der Hohen Karlsschule, 1780 Lehrer für Botanik an der Hohen Karlsschule, seit 1785 Veröffentlichung zahlreicher botanischer Bücher mit Originalstichen und Kolorierungen, erhielt zahlreiche Ehrungen und Würdigungen.

Kunstbeirat Städtische Galerie im Kornhaus – AUSSER HAUS – Kirchhheim unter Teck
Geschäftsstelle: Wollmarktstraße 48 73230 Kirchheim unter Teck Tel. 07021 502 573
kontakt@staedtischegaleriekirchheim.com http://www.staedtischegaleriekirchheim.com

ANAS KAHAL

17. Mai 2026, 11.30 Uhr

FILM-MATINÈE

„Himmelsbäume“
Ein Videoprojekt für Kirchheim unter Teck von Anas Kahal

Matinée mit Filmvorführung und Künstlergespräch mit Anas Kahal
Gesprächsleitung: Susanne Jakob M.A. und Monika Schaber, Kunstbeirat

Fotos:
Matinée-Veranstaltung mit Anas Kahal am 17. Mai 2026 mit feierlicher Übergabe der Videoarbeit „Himmelsbäume“ 2025 von Anas Kahal an Christine Kullen, Bürgermeisterin für Bildung, Soziales, Kultur und Recht, Stadt Kirchheim unter Teck. © Fotos Kai Bauer

Ort: Literarischen Museum im Max-Eyth-Haus, Max-Eyth-Straße 15, 73230 Kirchheim unter Teck
Neue Öffnungszeiten: Freitag, Samstag und Sonntag/Feiertag: 10:00-15:00 Uhr Pfingstmontag geschlossen.

„Himmelsbäume“
Ein Videoprojekt für Kirchheim unter Teck von Anas Kahal
Der Kunstbeirat der Städtischen Galerie zu Gast im Hesseraum des Literarischen Museum
17. Mai – 14. Juni 2026

Der deutsch-syrische Künstler Anas Kahal hielt sich im März und im September 2025 jeweils mehrere Tage in Kirchheim unter Teck auf, um sein mobiles Kinoprojekt «Moving Cinema» an verschiedenen Orten in der Kernstadt und den Teilorten von Kirchheim unter Teck vorzubereiten.

Während seines ersten Rechercheaufenthalts im März 2025 entdeckte Anas Kahal die mar-kanten Kastanienbäume, die die Kirchheimer Kernstadt ringförmig umrahmen. Er begann den Alleenring zu Fuß abzuschreiten und aus der bewegten Froschperspektive zu filmen. Das daraus entstandene Video «Himmelsbäume» zeigt das filigrane, strukturreiche Geflecht der noch kahlen Baumkronen, die sich wie eine kontrastreiche Zeichnung vor dem tiefblauen Himmel abheben. Dazwischen wiederholt sich das Motiv der Bewegung mit angeschnittenen Fassaden und Dächern sowie Momente des kontemplativen Innehaltens in regelmäßigen In-tervallen.

Der entscheidende konzeptionelle Bruch des Werkes vollzieht sich auf der Tonebene: Während die Bildspur eine scheinbar natürliche Idylle zeigt, dringt über die Tonspur die akusti-sche Realität des städtischen Alltags mit all ihrem Verkehrslärm und ihrer Betriebsamkeit herein. Durch diese bewusste Trennung des Auditiven vom Visuellen wird «Himmelsbäume» zu einem eindringlichen Sinnbild für die Verwundbarkeit und akute Fragilität unseres Ökosystems.
Zugleich gelingt Anas Kahal mit dieser Videoarbeit eine zeitgenössische Hommage an die traditionsreiche „Kastanienstadt“, die bereits im Jahr 1899 durch den Dichter Hermann Hesse literarisch verewigt wurde.

Der 1985 in Damaskus/Syrien geborene Künstler Anas Kahal absolvierte von 2004 bis 2009 ein Bachelor-Studium an der Faculty of Fine Arts in Damaskus. Mithilfe eines Stipendiums kam er bereits im Jahr 2011 nach Deutschland und begann zunächst ein Studium der Malerei an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Karlsruhe. Inzwischen produziert er multimediale Werke, in deren Zentrum die Erfahrungen von Menschen im Globalen Süden stehen, die geprägt sind von Krieg, neokolonialer Ausbeutung oder von der Sehnsucht nach einem menschenwürdigen Leben. Neuere Videoproduktionen erzählen aber auch von der klimabedingten Bedrohung der Lebensbedingungen von Pflanzen, Tieren und Menschen.

© Kuratiert von Susanne Jakob und Monika Schaber, Kunstbeirat der Städtischen Galerie, Kirchheim unter Teck https://staedtischegaleriekirchheim.com/
Kontakt: kunstbeirat1@staedtischegaleriekirchheim.com 

Abb.: Artikel von Florian Stegmaier in: Der Teckbote vom 20.05.2026


Ein mobiles Kinoprojekt des Künstlers ANAS KAHAL für die Kernstadt von Kirchheim unter Teck sowie für die Ortsteile Jesingen und Südstadt
16.09. – 20.09.2025

Eröffnungsveranstaltung «MOVING CINEMA»
Dienstag, 16. September 2025, 19:30 Uhr (Einlass ab 19:00 Uhr)
Stadtkino, Max-Eyth-Straße 1, 73230 Kirchheim unter Teck
Begrüßung: Susanne Jakob, M.A., Kunstbeirat
Einführung: Dr. Bernhard Serexhe, Kunst- und Medienwissenschaftler, Karlsruhe

Vom 16. bis 20. September 2025 wird Anas Kahal jeden Abend seine Filme auf Mauern und
Fassaden in der Kirchheimer Innenstadt und den Teilorten projizieren. Dabei überblendet er die urbanen Oberflächen mit „seinen Bildern“, die vom Krieg in Syrien, von Erinnerung und Trauer, aber auch vom Leben in europäischen Metropolen sowie der klimabedingten Bedrohung der urbanen Vegetation erzählen. Exemplarisch hierfür stehen die Kastanienbäume am Alleenring, denen der Künstler mit dem Film «Himmelsbäume» (2025) eine eigene filmische Hommage widmet.
Zur Auftaktveranstaltung von „MOVING CINEMA” am Dienstag, dem 16. September 2025 im
Stadtkino wird der Videofilm „Between War and Sea”, 2025 (42 Min.) gezeigt, für den Anas Kahal mit dem Kalinowski-Preis der Stiftung Kunstfonds ausgezeichnet wurde.

Der 1985 in Damaskus/Syrien geborene Künstler Anas Kahal studierte zunächst Malerei an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Karlsruhe. „Inzwischen produziert er
multimediale Arbeiten, in denen die Erfahrungen von Menschen aus dem Globalen Süden im Mittelpunkt stehen. Diese sind geprägt von Krieg, neokolonialer Ausbeutung oder der Sehnsucht nach einem friedlichen und menschenwürdigen Leben». Die Videos beruhen häufig auf Found- Footage-Material (gefundenes Filmmaterial). Kahals Filme zeigen Szenen, die sowohl persönliche Erfahrungen als auch neutrale Dokumentationen mit abstrakten Farbüberlagerungen (Flag, 2023) umfassen.

KUNSTBEIRAT Städtische Galerie – AUSSER HAUS – Kirchheim unter Teck
Geschäftsstelle KUNSTBEIRAT: Wollmarktstraße 48, 73230 Kirchheim unter Teck, Telefon: 07021 / 502-573 kunstbeirat2@staedtischegaleriekirchheim.com http://www.staedtischegaleriekirchheim.com. http://www.anaskahal.com


«MOVING CINEMA» von Anas Kahal ist ein Kunstprojekt in Zusammenarbeit mit dem Kunstbeirat der Städtischen Galerie im Kornhaus – außer Haus – .
Bei Regen wird die Filmvorführung in Jesingen am 17.09. im Erdgeschoss des Rathauses,
stattfinden. Alle anderen Vorführungen finden bei schlechtem Wetter im Stadtkino, Max-Eyth-Str. 1 statt.

Mit freundlicher Unterstützung:
Buchhandlung Zimmermann, Ortschaftsverwaltung Jesingen: Frau Armbruster, Frau Gaus und Frau Gmelin (Gemeinderat) und in Zusammenarbeit mit dem Kulturamt, «Dafür! Interkulturelle Wochen“, Stadtverwaltung Kirchheim unter Teck http://www.kirchheim-teck.de/Interkulturelle-Woche, dem Brückenhaus (Südstadt), dem städtischen Betriebshof und in Kooperation mit dem Kommunalen Kino e.V., Kirchheim unter Teck

7. Februar 2025: Site Scouting mit Anas Kahal in der Kernstadt von Kirchheim unter Teck.
Foto: Test der Strompumpe von Fleitner © SJ

Termine, Orte und Filme

© Vortrag von Dr. Bernhard Serexhe im Stadtkino, Fotos © Susanne Jakob

DIRK SCHLICHTING

„Kleiner Blick zurück“

Eröffnung
Samstag, den 19.07.2025, 17 Uhr statt.
Begrüßung durch Angelika Matt-Heidecker
Vorsitzende des Freundeskreises des Kunstbeirats der Städtischen Galerie Kirchheim
Einführung durch den Kunsthistoriker Rafael von Uslar, Berlin
Ort: Bürgerpark/Hain der Kulturen, Eingang Alleenstraße 21, Kirchheim unter Teck

Zwischen 19.07. und 14.09.2025 kann die Installation rund um die Uhr von außen besichtigt werden. Die Sicht von innen nach außen ist jeweils von Donnerstag bis Sonntag von 12 – 18 Uhr möglich.
Die Finissage wird am Samstag, den 14.09.2025, um 17 Uhr vor Ort im Bürgerpark stattfinden. Der Künstler ist sowohl bei Eröffnung als auch zur Finissage anwesend.

Der Kunstbeirat der Städtischen Galerie im Kornhaus hat Dirk Schlichting aus Herne/DE eingeladen, eine Arbeit für den öffentlichen Raum in Kirchheim unter Teck zu entwickeln. Nach eingehender Sichtung der Gegebenheiten vor Ort skizzierte der Künstler, der für aufwendige und genau an die Situation angepasste Werke bekannt ist, sein Konzept:

„Im Bürgerpark wurde eine Ausgleichsfläche für die wegen Renovierung geschlossenen Räume der Städtischen Galerie im Kornhaus geschaffen. Der Park, der ehemalige „Herrschaftsgarten“, liegt zentrumsnah. Auf einer Seite wird der Park durch mehrgeschossige Gebäude moderner Architektur gesäumt; deren Terrassen bzw. Balkone auf den Park ausgerichtet sind.
Auf der Ausgleichsfläche wird ein „Gebäude“ errichtet, das einen Blickwechsel bietet. Mit einem Unterbau versehen, ist es die vereinfachte Verkleinerung eines der Mehrfamilienhäuser, die am Park liegen. …“ (D.S.)

Allerdings wäre die Arbeit kein typischer Schlichting, wenn es bei einer skulpturalen Addition bliebe. Der künstlerische Eingriff geht weiter, bezieht die Betrachter:innen als potenzielle und reale Benutzer mit ein und ermöglicht einen Blickwechsel zwischen Architektur und Skulptur. Er hinterfragt die Realität im Hinblick auf das Modellhafte und ermöglicht auf hintersinnige Weise eine Kommunikation zwischen Objekt und Betrachter:innen.

© ststs

Dirk Schlichting (* 1965) studierte an der Kunstakademie Münster. Er erhielt mehrere Förderpreise und kann auf zahlreiche Einzel- und Gruppenausstellungen zurückblicken. Er lebt und arbeitet in Herne. Dirk Schlichtings Arbeiten sind dafür bekannt, dass er seine künstlerischen Ideen „in situ“, also unter Einbeziehung der vorhandenen Umgebung, verwirklicht. Sie stellen einen bewussten, häufig spielerischen oder humorvollen Bruch mit konventionellen Sichtweisen dar und fordern uns als Betrachter heraus, genau diese Konventionen zu hinterfragen. Mit temporären Eingriffen in Form von Skulpturen, Bauten und kommunikativen Interventionen reagiert er auf vorgefundene Situationen vor Ort.

Im Rahmen des Projekts „Unter Beobachtung – Kunst des Rückzugs“ der Kulturregion Stuttgart errichtete er vor einigen Jahren in Backnang auf einer Brache eine Art Schutzbunker namens „station-p“ und täuschte durch tägliche Livestreams vor, sich während der kompletten Ausstellungsdauer in dem kargen Raum zu befinden. Im Rahmen des Kulturhauptstadtjahres Salzkammergut erfand er letztes Jahr für den Ort Roitham ein „einjähriges Traditionsfest“, das Roithamer Salzmadonnenfest, bei dem die Themen Tradition und Vergänglichkeit eine wichtige Rolle spielten.

Weitere Informationen unter: http://www.dirkschlichting.de

Foto © ststs, Aufbau der Architekturstruktur auf der Ausgleichsfläche im Bürgerpark

Fotos oben: © Monika Schaber, © Stef Stagel
Foto unten: © Florian Stegmaier in: Der Teckbote vom 20.07.2025

Teckbote (Florian Stegmaier) vom 20.07.2025

https://www.teckbote.de/nachrichten/kirchheim/skulptur-im-kirchheimer-bürgerpark-fenster-zur-selbstbetrachtung_arid-505489.html

Der Teckbote vom 16.07.2025

GUIDO WEGGENMANN

„Frühling
Eine bildhauerische Arbeit im öffentlichen Raum

Ein Projekt des Kunstbeirats der Städtischen Galerie Kirchheim unter Teck
auf der Ausgleichfläche der Städtischen Galerie im Kornhaus im Bürgerpark

15.09.2024 – 19.01.2025

Eröffnung am Sonntag, den 15.09.2024, 17 Uhr
Einführung: Dr. Heiderose Langer/Kunstbeirat
Ort:
Ausgleichsfläche im Bürgerpark, Zugang zwischen Alleenstr. 20 und 22
73230 Kirchheim unter Teck

Bedeutung und Symbolik von Dingen der Alltagswelt reflektiert und inszeniert Guido Weggenmann in seinen künstlerischen Arbeiten. Dieses Zusammenspiel von Kunst und Leben umfasst auch die inhaltliche und emotionale Auslotung von Freiheitsvorstellungen des Einzelnen, Erfahrungen des Gefangenseins und persönlicher Einschränkungen. Impliziert ist ebenso die Möglichkeit des Ausbrechens. Daran knüpft der Künstler Überlegungen zur Freiheit bzw. Unfreiheit zeitgenössischen Kunstschaffens. Sein Sinnbild für diesen existentiellen Gedanken- und Gefühlsraum sind die überdimensionierten Handschellen aus Stahl. (KB)

“Guido Weggenmann gelingt es, Sinnbilder zu schaffen, die nie eindeutig sind, die aber jedem Betrachter Anhaltspunkte zur Reflexion seines eigenen Lebens geben können.”
Marco Hompes, Leiter des Kunstmuseums Heidenheim

Die bildhauerische Arbeit auf der Ausgleichsfläche kann rund um die Uhr im Ausstellungszeitraum besichtigt werden.

Der 1980 in Berlin geborene Künstler absolvierte zunächst eine Ausbildung zum Holz- und Steinbildhauer, bevor er sein Studium an der Akademie der Bildenden Künste in München 2008 als Meisterschüler bei Olaf Metzel beendete. Er lebt heute in Kempten/Allgäu.

Foto © Stef Stagel

SEBASTIAN FLEITER

Kirchheim unter Strom
Ein Projekt des Kunstbeirats der Städtischen Galerie

in Kooperation mit der Stadt Kirchheim unter Teck
21. Juli bis September 2024


„Man sagt, Elektrizität sei die Grundlage unserer modernen Gesellschaft.
Aber was ist Elektrizität eigentlich? Woher kommt sie? Was bedeuten Ampere, Watt und Volt? 
Für die Menschen in Deutschland ist der Umgang mit Strom selbstverständlich. Er ist Ressource, die auf Knopfdruck endlos aus der Steckdose zu fließen scheint. Im Laufe eines Tages werden unzählige Schalter gedrückt, Knöpfe bedient, Stecker eingesteckt. Stromausfälle sind selten und wir haben unser Leben an die Verfügbarkeit von Strom angepasst. Einmal im Jahr wird der Stromverbrauch abgelesen und wir bezahlen die abstrakte Größe Strom mit der abstrakten Größe Geld. Sich mit dem Phänomen Elektrizität näher zu beschäftigen, scheint nicht wirklich wichtig zu sein. Es funktioniert ja auch irgendwie“. (Sebastian Fleiter)

Video © Stef Stagl, Sebastian Fleiter bei der Preview mit dem Freundeskreis des Kunstbeirats.

„Dies änderte sich vor einigen Jahren, als ein „Ding“ unser ständiger Begleiter wurde und unseren Umgang mit Strom und unsere Abhängigkeit davon – vehement erfahrbar machte. Smartphones machten uns zu Stromnomaden, die von Steckdosenoase zu Steckdosenoase ziehen. Und ein neues Phänomen entstand: die Nomophobie, die Angst, ohne Mobiltelefon für soziale und geschäftliche Kontakte unerreichbar zu sein. Wie könnte man das Thema Elektrizität besser aufgreifen, als jemandem, dessen Handy auf der Straße leer ist, die Möglichkeit zu geben, es mit selbst erzeugtem Strom wieder aufzuladen?

Zum Aufladen eines Mobiltelefons wird nicht viel Strom benötigt. In der Regel zwischen 5 und 15 Watt über einen Zeitraum von maximal zwei Stunden. Oder 5 Minuten, wenn man nur ein paar Prozent laden will. Der menschliche Körper ist ohne große Anstrengung
in der Lage, allein durch Muskelbewegungen 100 Watt elektrische Energie zu erzeugen.

Grundlage für KIRCHHEIM UNTER STROM ist die Realisierung von muskelkraftbetriebenen Stromgeneratoren im Stadtzentrum. Diese Generatoren orientieren sich inhaltlich und
mechanisch an einer alten Infrastruktur, die noch in vielen Städten zu finden ist:
Öffentliche, handbetriebene Wasserpumpen. Diese Wasserpumpen waren schon immer mehr als eine reine Infrastrukturmaßnahme: Hier hat man sich getroffen und unterhalten, man tauschte sich aus und kommunizierte analog. In diesem Miteinander betätigte der eine den Pumpenhebel, um die Eimer der anderen zu füllen. 


KIRCHHEIM UNTER STROM greift dieses Prinzip und die praktische Umsetzung auf, ersetzt jedoch die Ressource Wasser durch die Ressource Strom. Über eine mit Muskelkraft zu betätigende Mechanik (Hebel, Drehrad o.ä.) wird über ein Getriebe ein Generator angetrieben, der wiederum über eine Steuerelektronik Strom an USB-Standardanschlüsse liefert. An diese können dann Mobiltelefone (oder auch Kameras, Taschenlampen, Boom-Boxen etc.) zum Aufladen angeschlossen werden. An diese können dann Mobiltelefone (oder auch Kameras, Taschenlampen, Boom-Boxen etc.) zum Aufladen angeschlossen werden.

 Diese Strompumpen sind gewissermaßen ein Gegenentwurf zur Digitalisierung des privaten Umfelds, die die persönliche, analoge Kommunikation untereinander minimiert, während die Strompumpe einen realen, sozialen Treffpunkt schafft, an dem sich die Stromsuchenden in physischer Präsenz austauschen können. Die Strompumpe verleiht dem Ort eine neue Identität als Kommunikations- und Treffpunkt. Gleichzeitig werden historische Zusammenhänge eröffnet und die Ressource Strom spielerisch thematisiert. Die Erfahrung der eigenen Wirksamkeit bei der Umwandlung von körperlicher Bewegung in nutzbare Energie in Form von Strom ist für alle möglich“. (Sebastian Fleiter)

Das Projekt wird durch eine Kooperation mit dem Ludwig-Uhland-Gymnasium begleitet. Dort wird im Rahmen eines Schüler*innen-Workshops eine weitere Möglichkeit geschaffen, um interaktiv auf dem Schulgelände mittels individueller Muskelkraft elektrischen Strom für Endgeräte zu erzeugen.

Seit 2007 ist Sebastian Fleiter ein Vorreiter in Sachen nachhaltiger Energieerzeugung und wurde beispielsweise mit dem Designpreis der Bundesrepublik Deutschland in Gold ausgezeichnet. Er erhielt den internationalen Green Apple Award in Westminster Abbey/UK, den Green World Award in Seoul/Südkorea, und wurde Landessieger des EIT Climate KIC Startup-Programms der Europäischen Union. Im Jahr 2020 wurde Fleiter vom Green Guardians Guide des international erscheinenden IQ-Magazin als einer der weltweit einflussreichsten Künstler zum Thema Nachhaltigkeit im Bereich Musikfestivals und Großveranstaltungen ausgezeichnet.

Aufbau der Strompumpe © Stef Stagel

Preview mit dem Freundeskreis des Kunstbeirats am 19.07.2024 © Karina Unseld

Fotos © Stef Stagel

Fotos © Stef Stagel

SOPHIE INNMANN

22. Oktober – 17. Dezember 2023
STADTPROJEKT IM BÜRGERPARK

von m2 zu m3 zu mx
Eröffnung: Sonntag, 22. Oktober 2023, 11 Uhr

Begrüßung
Monika Schaber (Kunstbeirätin)
Einführung
Sophie Innmann und Heiderose Langer (Kuratorin/ Kunstbeirätin) im Gespräch
Ausgleichsfläche der Städtischen Galerie im Bürgerpark

Abb.: © Sophie Innmann, m2 zu m3 zu mx, Möglichkeitsraum, 2023
Soundinstallation: https://sophieinnmann.com/m²-to-m³-to-mˣ/

Der ungewöhnliche Ort als Plattform für öffentliche Aktionen geht aus dem von den Künstler:innen Dellbrügge & DeMoll 2019 realisierten Projekt „prima materia“ hervor, das auf die bevorstehende Umbauschließung des Kornhauses mit der Gestaltung einer Ausgleichsfläche in Galerieraumgröße im Freien unter Verwendung von Recycling- Material reagiert.

Thema der von Sophie Innmann geplanten Installation ist die Ausgleichsfläche selbst. Die Künstlerin denkt den Ansatz der Kolleg:innen weiter, ohne dabei die Integrität des Kunstwerks zu verletzen und macht die Fläche selbst zum Thema: welcher Möglichkeitsraum eröffnet sich über der Ausgleichsfläche? Was kann der gedachte Raum beinhalten? Wie geht man mit den unzähligen Geschichten, die bereits im Material der Fläche stecken um? Ausgehend von diesen Fragestellungen entwickelt Sophie Innmann unterschiedliche Szenarien dieser vielschichtigen Möglichkeiten. In diesem Zusammenhang wird ein von der Künstlerin angebotener Workshop zur Erstellung von Sound-Collagen in Zusammenarbeit mit einer Kirchheimer Schule stattfinden.

© Sophie Innmann

Sophie Innmann 

(*1986 in Münchberg) schloss 2014 ihr Studium an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe als Meisterschülerin von Leni Hoffmann ab. Seit 2015 lebt und arbeitet sie ohne festen Wohnsitz. Ihre projektbezogenen Arbeitsaufenthalte führten sie unter anderem nach Paris, Barcelona, Minneapolis, Moskau, Yogyakarta, Plowdiw, Elefsina und Berlin. Der Logik dieses Lebenswandels folgend, interessiert sich Innmann für Netzwerk-Strukturen, Archivierung von Handlung, das Erscheinen und Verschwinden. Ihre Arbeiten manifestieren sich in unterschiedlichen Medien, die der jeweiligen Notwendigkeit der Arbeit zugrunde liegen. Seit 2019 forscht sie mit ihrem Kunstlieferdienst GoArtist an neuen Erfahrungswegen zeitgenössischer Kunst und versucht einen kritischen Diskurs zum Thema unreflektierten digitalen Konsums anzustoßen. Ein wichtiger Teil ihrer künstlerischen Praxis ist es, Künstler:innen zu vernetzen, sei es in gemeinsamen Projekten oder von ihr kuratierten Ausstellungen wie z.B. ANTHROPOZÄNTA.

Ihre Arbeiten werden auf internationaler Ebene gezeigt, so u.a. in der Staatlichen Kunsthalle Baden-Baden, der Kunsthalle Basel, dem Museum of Modern Art Moskau oder dem Kunstmuseum Stuttgart. 2020 erhielt sie das Arbeitsstipendium der Stiftung Kunstfonds Bonn.
Weitere Informationen: https://sophieinnmann.com/
https://www.goartist.de/ https://anthropozaenta.org/ https://mastodon.social/@Sophie@guerrill.art

Das Projekt m2 zu m3 zu mx wird kuratiert vom Kunstbeirat der Städtischen Galerie im Kornhaus in Zusammenarbeit mit der Stadt Kirchheim unter Teck.

SHINROKU SHIMOKAWA

SHINROKU SHIMOKAWA
EIN FLUSS
Ein Fluss-Stadt-Projekt für Kirchheim unter Teck

Eröffnung: Sonntag, 18. Juni 2023, 17 Uhr
Begrüßung: Monika Schaber, Kunstbeirätin
Einführende Worte: Susanne Jakob M.A., Kuratorin/Kunstbeirätin
Shinroku Shimokawa: „NOGAKE“- Eine Koch- und Teezeremonie

Das Projekt findet auf der Ausgleichsfläche der Städtischen Galerie im Bürgerpark/Hain der Kulturen und am Ufer der Lauter statt.
Eingang 1: Alleen Straße 22, 73230 Kirchheim unter Teck
Eingang 2: Jahnstraße 8, 73230 Kirchheim unter Teck

Shinroku Shimokawa, Ein Fluss, 18. Juni 2023, Videofilm ca. 3,13 Min. © Kai Bauer

© Kai Bauer

Fotos © Natalie Brehmer

Drei Kalksteinblöcke mit QR-Code (Film)
Zum Anschauen bitte die Links kopieren und in den Browser übertragen:
Ein Fluss #1: https://www.youtube.com/watch?v=jg-a9luBSf
Ein Fluss #2: Hier geht es um Wasserinsekten und das Ökosystem
Ein Fluss #3: Hier geht es um die unsichtbare Welt unter Wasser. Das Video #3 fängt dort an, wo der Stein im Wasser liegt. Der Zuschauer wird eingeladen ins Wasser zu gehen um den Code zu scannen. Dann kann man das Video ansehen welches die unmittelbare Umgebung unter Wasser zeigt. Es funktioniert also am Besten vor Ort.

18. Juni –  17. September 2023

Shinroku Shimokawa studierte Bildhauerei an der Tokyo University of Arts und an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart. Im Zentrum seiner künstlerischen Praxis steht der Stein, dessen Materialeigenschaften und physikalische Gesetzmäßigkeiten er in einer Art Langzeitstudie untersucht. Daneben spielen das Element Wasser in unterschiedlichen Aggregatzuständen (flüssig, verdampft und gefroren) sowie weiteres natürliches Material und die damit verbundenen Prozesse und Naturphänomene eine bedeutende Rolle. Diese unterschiedlichen Aspekte vereint der Künstler in seinem Projekt „
Ein Fluss“, das er speziell für Kirchheim entwickelt und am Ufer der Lauter im Bürgerpark installiert hat.

Folglich steht im Zentrum von Shimokawas Stadtprojekt die Lauter, die einen wirtschaftlichen, ökologischen und emotionalen Faktor für die Stadt Kirchheim darstellt. Über einen längeren Zeitraum verfolgte Shimokawa sowohl physisch als auch medial den Verlauf der Lauter, von ihrem Ursprung bis nach Kirchheim unter Teck. Dabei beobachtete und dokumentierte er den Zustand des Flusses und fragt nach dem Einfluss und der Bedeutung, die diese natürliche Lebensader für die Kirchheimer Stadtbevölkerung heute noch besitzt. 
Die medial-skulpturalen Werke können im Bürgerpark am Ufer der Lauter und mitten in der Lauter über einen QR-Code „gelesen“ werden.

Shimokawa arbeitet mit einem offenen und zugleich auch experimentellen Bildhauerei-Begriff. Deshalb gehört auch das von ihm verfasste Kochbuch „Steine kann man nicht essen“, das inzwischen zum Kultbuch geworden ist, zu seinem bildhauerischen Werk. 

Aus dieser Perspektive kann auch die Arbeit NOGAKE „gelesen“ werden: NOGAKE ist ein hybrides Gefährt, das eine mobile Skulptur, ein Regenreservoir, einen japanischen Tee- und Kochwagen in sich vereint und Auslöser für verschiedene zeremonielle Handlungen ist.

Die Eröffnung des Stadtprojekts von Shinroku Shimokawa findet am 18. Juni 2023, 17 Uhr auf der Ausgleichsfläche der Städtischen Galerie im Bürgerpark statt. 
Der Künstler wird am Eröffnungstag außerdem mit der mobilen Skulptur NOGAKE anwesend sein und eine Koch- und Teezeremonie für die Besucher:innen anbieten.

NOGAKE © Shinroku Shimokawa

Der Kunstbeirat der Städtischen Galerie im Kornhaus ist mit dem Stadtprojekt von Shinroku Shimokawa Kooperationspartner des landesweiten Ausstellungsprojekts „Trüffelsuche“ des Künstlerbundes Baden-Württemberg 2022-2023. 
https://www.kuenstlerbund-bawue.de/2022/07/trueffelsuche/

PRESSE

KUNSTFORUM INTERNATIONAL vom 9. Juni 2023

DER TECKBOTE vom 10. Juni 2023

MATTHIAS SCHAMP

Frontseite Einladungskarte © ststs

„Vom Fischbrötchen zum Ich-Örtchen“

Ein kleines Häuschen – ein ehemaliger Imbiss in der Fußgängerzone von Kirchheim/Teck – wird für circa sechs Wochen in eine temporäre Mythos-Grill-Filiale umgebaut unter dem Motto: „Vom Fischbrötchen zum Ich-Örtchen“. Dabei verwandelt sich das Gebäude selber in eine Art Plastik. Eine deutliche Setzung im Innenstadtbereich, die bei den Passanten Irritationen erzeugt, Neugier entfacht, aber auch Erinnerungen an die ursprüngliche Nutzung dieses zum Abriss verurteilten Häuschens weckt. Ein bisschen Rätselhaftigkeit ist dabei durchaus beabsichtigt. Jedes „Ich“ muss sich schließlich erstmal selbst finden …

Im Inneren des Gebäudes gibt es eine begehbare Rauminstallation mit Stationen. Es brodelt. Und in einer Ecke bläst Hirtengott Pan auf einer aus Bierflaschen gebastelten Flöte. Es gibt einen klar definierten Eingang und einen Ausgang. Was sich dazwischen ereignet, lässt sich am besten mit Heraklit sagen: „Wir steigen in denselben Fluss und doch nicht in denselben, wir sind es und wir sind es nicht.“ Wie auch bei den Eleusinischen Mysterien ist das Innere nicht allen und jederzeit verfügbar. Wer dazugehören will, kann einen Termin vereinbaren oder zu den beiden Events kommen, die den Betrieb der temporären Filiale flankieren. Dann gibt es auch Pommes. Alle sind herzlich eingeladen!

DER MYTHOS-GRILL / allgemein
1997 gründete der Bochumer Künstler Matthias Schamp in Zusammenarbeit mit dem Archäologischen Museum Münster den MYTHOS-GRILL als alltagsarchäologische Spielstätte und Pommesbude im Raum des kollektiven Bewusstseins. Seitdem floriert das Unternehmen mit temporären Filialen in diversen Museen und Kunstinstitutionen im In- und Ausland. Dabei wurde die Angebotspalette permanent erweitert. Ob mit Angeboten wie Fisch-Stäbchen-Bring-Service, Frikandel-Staffellauf, Fritteusenfarbkreis, Pommesgabel-Sortier-Aktion, „Sei-dein-eigener-MYTHOS-GRILL“-Salbe oder Grundfarben-Frittieren – den Bedürfnissen einer anspruchsvollen Kundschaft wird auf jede erdenkliche Weise Rechnung getragen.

Temporäre Mythos-Grill-Filialen gab es u. a. in: Museumsinsel Berlin/Staatliche Museen zu Berlin, Mannheimer Antikensaal in Zusammenarbeit mit dem Historischen Institut der Universität Mannheim, Städtische Galerie Viersen, Ostwall Museum im Dortmunder U, Neue Kunst im Hagenbucher Heilbronn, Lehmbruck Museum Duisburg, Kunstmuseum Ahlen, Kunstmuseum Mülheim an der Ruhr, Mönchengladbacher Kunstverein MMIII, Von der Heydt-Museum Wuppertal.

Matthias Schamp – VITA
1964 geboren, aufgewachsen in Krefeld, seit 1991 Arbeit als Künstler und Autor.
Einzel- und Gruppenausstellungen, Aktionen und Projekte im In- und Ausland u. a.: Skulpturenmuseum Glaskasten Marl, Goethe Institut Litauen, Cermodern Ankara, Museum Haus Lange Krefeld, Ludwig Forum für internationale Kunst Aachen.
Diverse Lehraufträge: u. a. Bauhaus-Universität Weimar, TU Berlin, Universität zu Köln; Schöpfer der Serie Schlechte Verstecke im Satiremagazin Titanic (2000–2004); zahlreiche Buchveröffentlichungen sowie zwei Hörspiele für den WDR: Der Aufstand in den Sinnscheiße-Bergwerken und Die Invasion der Inversen.

Foto 1. Mythos-Grill 2010, Stuttgart © M.Schamp
Foto 2: Ergebnisse des Gestaltungswettbewerbs des Mythos-Grill, der das plastische Potenzial
der Kartoffel aufzeigt © M. Schamp

MICHAELA MELIÀN

TeckTrack

24.09. – 16.10.2022

TeckTrack besteht aus zwei Klanginstallation: Eine befindet sich an einem Laternenmasten neben der Ausgleichsfläche der Städtischen Galerie im Kornhaus im Bürgerpark (Alleenstraße 22), die andere auf der Stadtbefestigung über dem Club Bastion (Max-Eyth-Straße 57/2) in Kirchheim unter Teck.

Der Kunstbeirat der Städtischen Galerie im Kornhaus präsentiert in Zusammenarbeit mit dem Kulturamt der Stadt Kirchheim unter Teck für die KulturRegion Stuttgart im Rahmen des Festivals „Übermorgen“ die Klanginstallation „TeckTrack“ der Künstlerin Michaela Melián.

Die Liebe zur Musik hat in Kirchheim unter Teck eine lange Tradition. Schon im 18. und 19. Jahrhundert verbrachten die Adligen auf dem Kirchheimer Schloss so manche Abende damit, den Klängen von Violine, Harfe und Klavier zu lauschen. Auch im Instrumentenbau spielte die Stadt eine Rolle: Für über ein Jahrhundert baute hier die Firma Kaim in ihrer Manufaktur Klaviere für den internationalen Markt. Ein Sohn der Familie Kaim gründete schließlich das Orchester, aus dem später die Münchner Philharmoniker hervorgehen sollten. Weitere Namen berühmter Musiker sind mit Kirchheim unter Teck verbunden, darunter Werner Gneist, Komponist des Kanons »Viel Glück und viel Segen«.

Eine umfangreiche Recherche zur Musikgeschichte der Stadt bildet die Grundlage für Michaela Meliáns Klanginstallation »TeckTrack«. Die vielfach ausgezeichnete Künstlerin und Musikerin hat aber auch in der Gegenwart geforscht und die Menschen vor Ort befragt. Entstanden ist ein Soundtrack, der historische Tonquellen aus dem Stadtarchiv mit aktuellen Lieblingsstücken der Kirchheimer:innen verbindet – ein heterogener Querschnitt des Musikgeschmacks von jungen und alten, von gebürtigen und zugezogenen, von Fans, Laien und Profis.

Header: Zeichnung und Fahne am Rathausturm von Michaela Melián © ststs
Fotos: Eröffnungsveranstaltung am 24.9.22 mit Michaela Melián, Julian Warner (Kurator KulturRegion) und Publikum, Fotos © ststs (Stef Stagel/Steffen Schlichter)

Melián freut sich, wenn sie mit Kunst im öffentlichen Raum auch Menschen abseits des herkömmlichen Kulturpublikums erreichen kann. Leute, die normalerweise nicht ins Museum kommen. So hat sie für die Installation der beiden Lautsprecher bewusst zwei Plätze gewählt, an denen sich die Kirchheimer Jugendlichen gerne aufhalten: die Ausgleichsfläche im Bürgerpark außerhalb des Stadtkerns und die Plattform auf der Stadtbefestigung über dem Club Bastion innerhalb der historischen Altstadt. Diese beiden Orte treten durch den TeckTrack in einen unsichtbaren, aber gut hörbaren Dialog. Ein dritter Spielort ist der Rathausturm, hier wird der TeckTrack einmalig zur Eröffnung abgespielt. Außerdem machen dort eigens von Michaela Melián gestaltete Fahnen auf ihr Projekt aufmerksam.

Michaela Melián ist Künstlerin und Musikerin und bekannt für ihre multimedialen Installationen, Hörspiele und Soundarbeiten. Sie ist Mitglied der Band F.S.K. und lehrt als Professorin für Zeitbezogene Medien an der Hochschule für bildende Künste Hamburg. Melián lebt in Oberbayern und Hamburg.

Film „TeckTrack

Dokumentation der Sound-Performance zur Eröffnung von TeckTrack am 24.09.2022

Konzept & Komposition:
Michaela Melián
Kamera & Schnitt. Stef Stagel
Technischer Support und Ausstattung:
ststs (Schlichter & Stagel)


PRESSE REVIEWS

Der Teckbote (Kai Bauer) vom 26.9.2022